Schutzausrüstung

Je härter der Einsatz, desto besser muß die Ausrüstung sein.

Meine Devise: Lieber gut verpackt verlieren als mit Verband und Gips gewinnen, denn nach dem Wochenende ist auch meist die Zeitreise vorbei und noch leben die Meisten von Ihrer Arbeitskraft, die sie jemanden zur Verfügung stellen.

Gambeson:
je nach Einsatz ist das Gambeson unterschiedlich dick.
Für den harten Einsatz bei Feldschlachten oder Freikampf empfehlen wir das Gambeson selber zu fertigen, oder ein gekauftes umzuabeiten. Ein wirklich dick gepolstertes Gambeson sollte auf Maß gefertigt werden, damit man sich darin noch bewegen kann und der Schutz auch an der richtigen Stelle sitzt.
Wer Sicherheit und Beweglichkeit kombinieren will, wird im Enduro-, Snowboard- und Motocrossbereich fündig. Ich selber habe ein Savetyjacket von Dainese und das neue Comperdell Cross. Eine Halskrause kann ich auch empfehlen. Die ist zwar sehr warm, bietet aber im Getümmel einen guten Schutz.

Handschuhe:
hier scheiden sich die Geister. Je dicker, desto sicherer, aber auch umso unbeweglicher. Kettenhandschuh können Sie vergessen, da sie schwer sind und kaum Schutz bieten. Da helfen dicke Handschuhe aus diversen Kampfsportarten viel besser. Ideal sind die Handschuhe aus dem Kendo, die kosten allerdings ab 300 € und sehen nicht sehr mittelalterlich aus. Als hervorragend haben sich auch Fäustlinge herausgestellt, die wie ein Gambeson gearbeitet sind und an den Ärmeln befestigt sind.

Tja zu guter letzt die Plattenhandschuhe. Henzen sind sicherer als Fingervarianten. Aber egal wofür man sich entscheidet, Daumen - Zeigefinger und der kleine Finger sind die Problemzonen. Die Region Daumen - Zeigefinger ist besonders zu schützen, da sie extrem exponiert und im Falle eines Treffers nur schwer und langwierig zu reparieren ist.

Halskrause:
Die gibt es nur in ganz speziellen Geschäften und wird aus irgendeinem Grund selten getragen. Allerdings kann man die auch selber machen. Sie sollte den ganzen Hals umschließen und vom Schlüsselbein bis zum Kieferknochen und obersten Halswirbel fest sitzen. Sie verhindert, dass bei einem Schlag oder Sturz der Kopf überrissen wird. Ebenso schützt es vor Halstreffern bei verirrten Klingen, Äxten, Schildern, Stangen und was sonst noch so durch die Gegend irrt. Besonders schützt es gegen die neue Mode nach Schildkontakt über die Deckung auf den Rücken zu schlagen, denn hierbei wird durch das Ausweichen der Hals erst freigelegt und dann von der Klinge getroffen. Der Hals ist das exponierteste und empfindlichste Körperteil (das Gehänge ist ja in der Regel gut geschützt).

Helm:
der sollte aus mindestens 1,3 mm Stahl sein und im Abschlußbereich doppelt liegen (2,6 mm) oder zumindest ein ausgeprägte Sicke haben. Egal wofür Sie sich entscheiden, eine Polsterhaube muß drunter. Eventuelle Zusatzpolster, die im Helm befestigt sind, erhöhen die Passform.

Kette:
Tja auch hier ein Frage des Geldbeutels. Wenn Sie Kette tragen, dann sollte sie vernietet sein, denn zugebogene Ringe (alle Stahlringe, ausser flachen Titanringen) öffnen sich im Laufe der Zeit durch das Eigengewicht der restlichen Kettenglieder im Bereich der Ärmel und der Brust. Allerdings bietet Kette nur bedingt Schutz. Ihr Schutz ist vor allem im Bereich der Beine und Knie zu sehen, wenn sie denn so lang ist. Optisch ist sie allerdings, in Sachen Mittelalter, kaum zu überbieten.

Schilder:
Wir empfehlen ein schönes Schild zum präsentieren und ein billiges Schild zum Kämpfen.
Das Schild sollte einen geschlossenen Stahlrand haben oder mit Rohhaut überzogen sein. Auch Vollmetallschilder gibt es schon ganz günstig, diese sind allerdings recht schwer.
Jeder Schild muß an dem Träger angepaßt werden, denn die Wucht der Schläge geht durch. Ein gutes Polster sollte angebracht werden und denken Sie daran, dass der Ellebogenbereich dick gepolstert wird, denn er hat keinerlei Muskel- oder Fettgewebe, das ihn schützt.